Glasschaden in Mietwohnung17 Min. Lesezeit24. August 2026

Glasschaden in Mietwohnung: Beobachtungen und Zuständigkeiten für die Abklärung ordnen

Nicht jede sichtbare Linie im Glas hat dieselbe Bedeutung. Ein kleiner Schaden in einer geschlossenen, wenig berührten Scheibe ist etwas anderes als lose Splitter, eine offene Stelle, ein Element in einem Durchgang oder eine beschädigte Verglasung, die vor einem Sturz schützt. Die BFU weist darauf h

Eine Mieterin dokumentiert aus sicherer Entfernung einen Glasschaden an einem Fenster in einer hellen Schweizer Wohnung.

Zuerst klären: Besteht eine unmittelbare Gefahr?

Nicht jede sichtbare Linie im Glas hat dieselbe Bedeutung. Ein kleiner Schaden in einer geschlossenen, wenig berührten Scheibe ist etwas anderes als lose Splitter, eine offene Stelle, ein Element in einem Durchgang oder eine beschädigte Verglasung, die vor einem Sturz schützt. Die BFU weist darauf hin, dass Glas je nach Bauart unterschiedlich bricht und scharfe Splitter verursachen kann. Deshalb ist es keine gute Idee, die Festigkeit mit Druck zu prüfen, das Fenster zum Testen zu öffnen oder eine Kante genauer mit der Hand zu untersuchen.

Wenn Menschen, Haustiere oder Besucherinnen und Besucher gefährdet sein könnten, schaffen Sie zuerst Abstand zur Stelle. Besteht eine akute Gefahr durch Splitter, eine ungeschützte Öffnung, eine Verletzung oder ein Ereignis, das weitere Schäden erwarten lässt, wenden Sie sich an die zuständige Notfallhilfe oder an eine Fachperson. Die Meldung an Verwaltung oder Vermieterschaft bleibt wichtig, aber sie darf eine notwendige Schutzmassnahme nicht verzögern.

Eine sichere Vorbereitung heisst nicht, eine provisorische technische Lösung zu bauen. Sie heisst, nichts zu verschlimmern: keine Klebebänder auf Spannung, keine selbst montierten Platten, keine Reinigung von losen Splittern ohne passende Einschätzung. Fragen Sie im ersten Gespräch, welche unmittelbare Massnahme die zuständige Stelle für genau diese Situation empfiehlt.

Fakten statt Vermutungen dokumentieren

Die erste Nachricht muss keine technische Diagnose enthalten. Sie wird sogar besser, wenn sie bei beobachtbaren Fakten bleibt. Schreiben Sie auf, wann Ihnen der Schaden aufgefallen ist, in welchem Raum er sich befindet, ob die Scheibe geschlossen ist und ob es ein Ereignis gab, das Sie sicher kennen. Ein Ball, ein Gegenstand, Arbeiten im Gebäude oder ein plötzliches Geräusch können als Kontext relevant sein. Ein Zusammenhang ist aber noch kein Beweis für die Ursache.

Diese Unterscheidung nimmt der Meldung nichts von ihrer Dringlichkeit. Im Gegenteil: Verwaltung und Glaserei können gezielter nachfragen, wenn klar ist, was Sie wissen und was offen bleibt. Ein Satz wie «Ursache unklar, bitte fachlich beurteilen» ist professioneller als eine Vermutung, die später korrigiert werden muss.

Nützliche AngabeSachliche FormulierungNicht als Tatsache darstellen
Ort«Fenster im Schlafzimmer, Innenseite zum Innenhof»«Der Rahmen hat den Schaden verursacht»
Sichtbarer Zustand«Diagonale Linie in der Scheibe, keine losen Stücke sichtbar»«Das Glas wird sicher sofort zerbrechen»
Zeitpunkt«Heute Morgen entdeckt; genauer Beginn unbekannt»Eine frei geschätzte Entstehungszeit
Bekannter Anlass«Gestern waren Arbeiten an der Fassade»Einen Zusammenhang, den niemand geprüft hat
Nutzung«Das Fenster habe ich seit dem Feststellen nicht geöffnet»Eine selbst durchgeführte Funktionsprüfung
Zugänglichkeit«Die Stelle liegt neben dem Balkonzugang»Eine technische Einschätzung der Absturzsicherung

Fotos so aufnehmen, dass sie helfen und nicht gefährden

Fotos sind oft der einfachste Weg, einen Schaden sichtbar zu machen. Sie sind jedoch nur eine Ergänzung zur Abklärung. Machen Sie eine Übersicht aus normalem Stand, eine zweite Aufnahme mit dem Fenster im Raum und, wenn ohne Risiko möglich, eine nähere Aufnahme der sichtbaren Stelle. Bei einer Türverglasung oder einem Balkon genügt es, die Lage und den Zugang zu zeigen; es ist nicht nötig, von aussen zu fotografieren oder sich über eine Brüstung zu lehnen.

Verzichten Sie auf Gegenstände, die Sie direkt an die Scheibe halten müssten. Eine Münze oder ein Massstab liefern keine verlässliche technische Messung und können Sie unnötig nahe an eine beschädigte Stelle bringen. Wenn Masse für eine Offerte nötig sind, sagt Ihnen die Glaserei, ob eine Besichtigung, ein Plan oder eine sichere Angabe aus bestehenden Unterlagen gebraucht wird.

Kontrollieren Sie vor dem Versand, ob auf den Bildern private Daten sichtbar sind: Namen an Briefkästen, Kinder, Ausweispapiere, Zugangscodes oder teure Gegenstände. Ein enger Bildausschnitt und der von Verwaltung oder Betrieb genannte Übermittlungsweg sind meist ausreichend. Sie müssen keine umfangreiche Dokumentation erstellen, um einen Mangel zu melden.

Ein Smartphone zeigt eine neutrale Übersichtsaufnahme eines Fensters, während ein Notizblatt Raum und Datum festhält.

Verwaltung oder Vermieterschaft früh informieren

In einer Mietwohnung ist die erste Frage nach der Sicherheit meist von der Frage nach Zuständigkeit begleitet. Der Mieterinnen- und Mieterverband empfiehlt, bei Mängeln am Mietobjekt grundsätzlich zuerst Verwaltung oder Vermieterschaft zu kontaktieren. Diese allgemeine Orientierung ersetzt keine Beurteilung Ihres einzelnen Mietvertrags. Sie hilft aber, unnötige Doppelaufträge und spätere Diskussionen über die Kostenübernahme zu vermeiden.

Senden Sie eine kurze, nachvollziehbare Meldung. Nennen Sie Adresse oder Objekt, Raum, Zeitpunkt des Feststellens, aktuelle Sicherheitslage und Ihre Erreichbarkeit. Fügen Sie Bilder nur bei, wenn sie erbeten wurden oder der verwendete Kanal dafür vorgesehen ist. Fragen Sie ausdrücklich, ob die Verwaltung eine Glaserei beauftragt, ob Sie einen Termin koordinieren sollen und ob es besondere Vorgaben des Gebäudes gibt.

Es ist sinnvoll, die Antwort aufzubewahren. Nicht um eine spätere Auseinandersetzung vorwegzunehmen, sondern damit alle Beteiligten auf denselben Stand zurückgreifen können. Eine Nachricht, eine Bestätigung und eine fachliche Rückmeldung sind aussagekräftiger als mehrere Anrufe, bei denen Inhalte nur mündlich weitergegeben werden.

Eine Meldung, die alle wichtigen Informationen enthält

Sie können sich an dieser Struktur orientieren:

Diese Nachricht ist bewusst offen formuliert. Sie verlangt keine bestimmte Glassorte, weist keine Schuld zu und bestellt keinen Einsatz ohne Rücksprache. Sie gibt aber der zuständigen Stelle genug Informationen, um die Dringlichkeit einzuordnen und die nächsten Schritte zu koordinieren.

Wenn die Verwaltung Sie an eine Glaserei verweist, notieren Sie, wer den Auftrag auslöst, wer Zugang geben kann und ob es eine Referenznummer gibt. Fragen Sie die Glaserei nicht nur nach einem Preis, sondern auch danach, welche Informationen sie für die fachliche Beurteilung, eine allfällige Offerte und die Terminplanung benötigt.

Guten Tag. In meiner Wohnung an [Adresse] habe ich am [Datum] einen Glasschaden an [Fenster / Türverglasung] im [Raum] festgestellt. Die Scheibe ist derzeit [geschlossen / nicht bewegt]; sichtbare Splitter oder eine offene Stelle sind [ja / nein / unklar]. Die Situation betrifft [z. B. einen häufig genutzten Durchgang oder Balkonzugang]. Fotos aus sicherem Abstand liegen vor. Können Sie mir bitte mitteilen, wer die fachliche Abklärung organisiert und ob bis dahin etwas Spezifisches zu beachten ist?

Was die Glaserei wissen muss – und was offen bleiben darf

Eine Glaserei benötigt nicht vor allem eine Theorie, sondern einen brauchbaren Kontext. Dazu gehören Objektart, Lage im Gebäude, Zugang, sichtbarer Zustand, Fotos und bekannte Einschränkungen. Bei einer Fensterfront kann relevant sein, ob sich vor dem Element ein Balkon, ein Innenhof oder eine Zufahrt befindet. Bei einer Türverglasung kann es um Durchgang, Tagesbetrieb oder die Koordination mit weiteren Personen gehen.

Offen bleiben darf hingegen vieles: genaue Glasart, Ursache des Schadens, vollständige Masse, rechtliche Verantwortung und definitive Lösung. Eine Fachperson kann bei einer Besichtigung beurteilen, welche Angaben überprüft werden müssen. Sie sollten deshalb nicht versuchen, Beschriftungen im Randbereich freizulegen, Leisten zu entfernen oder eine Scheibe zu bewegen, um eine Antwort zu finden.

Die Helvetic Glaserei beschreibt Leistungen rund um Glasscheiben, Glasbruch, Schaufenster und Verglasungsersatz. Nutzen Sie eine Anfrage, um die Situation zu schildern und den passenden Ablauf klären zu lassen. Eine Vermittlung oder erste Einschätzung über die Anfrage ersetzt keine Kontrolle vor Ort und keine Zusage zu Material, Termin oder Kosten.

Zugang und Gebäudeorganisation früh ansprechen

Ein Glasschaden kann sich in einer Wohnung, einem Treppenhaus, einem Ladenlokal oder einer Liegenschaft mit mehreren Parteien befinden. Der Zugang beeinflusst nicht nur die Dauer eines Termins, sondern auch, wer informiert werden muss. Nennen Sie Etage, Lift, Innenhof, Schlüsselregelung, Hauswartung, mögliche Parkmöglichkeit und Zeitfenster, in denen jemand anwesend sein kann. Diese Angaben sind organisatorisch; Sie müssen daraus keine technische Logistik ableiten.

Falls der Schaden an einer Fassade, einem gemeinschaftlichen Bereich oder einer Verglasung mit Schutzfunktion liegt, teilen Sie dies der Verwaltung besonders deutlich mit. Sie kann entscheiden, ob weitere Personen eingebunden werden müssen. Als Mieterin oder Mieter sollten Sie keine Zugänge zu gemeinschaftlichen Bereichen freigeben, wenn Sie dazu nicht berechtigt sind.

Eine Verwaltung, ein Mieter und ein Glaser stimmen Zugang und Termin an einem Mehrfamilienhaus in der Deutschschweiz ab.

Versicherung und Kosten: keine Zusage aus dem Bauch heraus

Bei Glasschäden liegt die Frage nach Versicherung und Kosten nahe. Sie lässt sich aber nicht verlässlich allein aus einem Foto oder aus der Art des Schadens beantworten. Mietvertrag, Ursache, Versicherungsdeckung, Selbstbehalt, Gebäudeversicherung und konkrete Vereinbarungen können eine Rolle spielen. Bitten Sie Verwaltung, Vermieterschaft oder Ihren Versicherer um eine Antwort auf Basis der vorhandenen Unterlagen.

Wenn Sie eine Rechnung oder Offerte erhalten, bewahren Sie sie auf und prüfen Sie, für welche Leistung sie gilt: Besichtigung, provisorische Sicherung, Material, Einbau, Zugang, Entsorgung oder weitere Arbeiten. Eine Offerte darf Fragen enthalten. Lassen Sie sich erklären, was bereits feststeht und was erst nach einem Termin beurteilt werden kann. Kostenklarheit beginnt mit einem klaren Leistungsumfang, nicht mit einer unbestätigten Vermutung zur Zuständigkeit.

Der Mieterinnen- und Mieterverband weist zudem darauf hin, dass überhastete Beauftragungen ohne Rücksprache zu Diskussionen führen können. Das bedeutet nicht, dass Sie in einer Gefahrensituation warten sollen. Es bedeutet: Bei nicht akuter Lage den vorgesehenen Ansprechpartner einbeziehen und bei akuter Lage die getroffene Schutzentscheidung und die Kommunikation nachvollziehbar dokumentieren.

Häufige Fehlwege bei der Vorbereitung

Einige gut gemeinte Handlungen erschweren die Abklärung eher:

Der bessere Weg ist weniger spektakulär: Risiko ernst nehmen, ohne die Untersuchung vorwegzunehmen; eine saubere Meldung absetzen; die Antwort dokumentieren; Zugang ermöglichen, wenn er vereinbart ist; und offene Punkte der Fachperson überlassen.

  • Das Fenster mehrmals öffnen oder schliessen, um zu testen, ob «noch alles hält».
  • Selbst Klebeband, Folie oder eine Platte montieren, ohne dass dies von der zuständigen Stelle empfohlen wurde.
  • Einen beliebigen Betrieb beauftragen, obwohl Verwaltung oder Vermieterschaft erreichbar sind und die Lage nicht akut ist.
  • Aus einer Aufnahme ableiten, ob eine Versicherung zahlt oder eine Person verantwortlich ist.
  • Eine genaue Glasart bestellen, weil sie optisch ähnlich aussieht.
  • Fotos mit unnötigen privaten Informationen breit weiterleiten.

Drei typische Situationen getrennt beschreiben

Nicht jeder Glasschaden wird in einer Mietwohnung gleich abgeklärt. Gerade deshalb sollte die Meldung nicht mit einer pauschalen Forderung beginnen. Bei einem Schaden in einer bewohnten Wohnung steht oft zuerst die sichere Erreichbarkeit der Stelle und die organisatorische Zuständigkeit im Vordergrund. Bei einer gemeinschaftlichen Fläche, etwa im Treppenhaus, braucht die Verwaltung möglicherweise eine rasche Information, damit weitere Personen geschützt werden können. Bei einer Tür, einer Verglasung zum Balkon oder einem Fenster in einem schwer zugänglichen Bereich kann die Terminplanung selbst ein wichtiger Teil der Abklärung sein.

Diese Situationen verlangen keine Ferndiagnose. Sie erklären nur, warum der gleiche sichtbare Riss unterschiedliche nächste Schritte auslösen kann. Wer die Lage neutral schildert, macht es der Verwaltung und der Glaserei leichter, den geeigneten Ablauf vorzuschlagen. Formulieren Sie deshalb lieber: «Die Scheibe befindet sich an der Balkontür im zweiten Stock, der Raum wird genutzt, ein Termin am Nachmittag ist möglich» als «Das Glas muss sofort durch diese bestimmte Variante ersetzt werden». Der erste Satz beschreibt die Aufgabe; der zweite setzt eine technische Lösung voraus, die noch niemand geprüft hat.

SituationSinnvolle InformationOffen zu lassen
Bewohnte Wohnungbetroffener Raum, Erreichbarkeit, sichere DistanzUrsache, Kostenverteilung, Glasaufbau
Gemeinschaftsflächegenauer Ort, Zugang für Hausdienst oder Verwaltungwer einen Auftrag auslöst
Tür oder BalkonverglasungNutzungssituation, mögliche Terminfensterwelche provisorische Massnahme geeignet ist

Die Kommunikationskette vereinfachen

Bei Mietverhältnissen entstehen Verzögerungen oft nicht durch fehlende Fotos, sondern durch parallele Nachrichten. Eine Person schreibt der Verwaltung, eine andere ruft einen Betrieb an, später werden neue Bilder an mehrere Empfänger weitergeleitet. Das kann Rückfragen auslösen, weil niemand mehr weiss, welche Beobachtung aktuell ist. Besser ist eine nachvollziehbare Kette: eine Erstmeldung an die zuständige Stelle, eine Referenz auf diese Meldung bei Rückfragen und nur ergänzende Informationen, wenn sich etwas sichtbar verändert hat.

Wenn die Verwaltung einen Betrieb benennt, können Sie dessen Terminvereinbarung unterstützen, ohne die Zuständigkeiten zu verschieben. Teilen Sie nur mit, wann Zugang möglich ist, welche Kontaktperson vor Ort sein kann und ob es Besonderheiten wie einen Code, eine Rezeption oder einen Schutzbereich gibt. Eine Bestätigung des Termins ist etwas anderes als eine Zustimmung zu Kosten oder Leistungsumfang. Diese Unterscheidung schützt alle Beteiligten vor Missverständnissen.

Auch persönliche Daten verdienen Zurückhaltung. Fotos sollen den Schaden und sein Umfeld zeigen, nicht private Unterlagen, Namen an Türklingeln oder den übrigen Wohnraum. Für die Abklärung genügt häufig eine überschaubare Auswahl: Gesamtansicht, Detail mit sicherem Abstand und ein Bild, das die Lage im Raum erkennen lässt. Jede Aufnahme sollte eine klare Funktion erfüllen.

Nach dem Termin: offene Punkte sichtbar halten

Ein Besuch führt nicht zwingend sofort zu einem endgültigen Entscheid. Vielleicht braucht es zuerst eine Freigabe, eine zusätzliche Massnahme, eine Rückmeldung zur Verfügbarkeit oder eine Abstimmung mit weiteren Personen. Notieren Sie deshalb nach dem Termin in drei Zeilen: Was wurde beobachtet? Was ist als nächster Schritt vorgesehen? Wer meldet sich wieder? Diese Mini-Dokumentation verhindert, dass Vermutungen später als Zusagen erscheinen.

Falls eine Offerte folgt, vergleichen Sie nicht nur den Endbetrag. Prüfen Sie, ob sie sich auf dieselbe Öffnung bezieht, ob Zugang und allfällige Schutzmassnahmen erfasst sind und welche Punkte ausdrücklich noch bestätigt werden müssen. Fragen zu Versicherung, Haftung oder Kosten dürfen offen bleiben, bis die zuständige Stelle sie geprüft hat. Gerade diese sachliche Geduld macht eine Meldung belastbar.

Hilfreich ist auch eine kurze Prüfung der eigenen Nachricht vor dem Absenden: Kann eine Person, die die Wohnung noch nie gesehen hat, den Ort finden? Ist ersichtlich, ob akute Gefahr besteht oder nicht? Sind die Angaben als Beobachtungen formuliert? Fehlen keine Informationen zu Zugang oder Erreichbarkeit? Diese vier Fragen reichen aus. Mehr Text macht die Meldung nicht automatisch besser, wenn er technische Vermutungen oder fremde Zuständigkeiten enthält.

Falls sich der Zustand nach der Meldung sichtbar verändert, schicken Sie keine neue Gesamterzählung. Ergänzen Sie mit Datum, Ort und einer neutralen Beschreibung, zum Beispiel: «Seit der ersten Meldung ist ein weiterer Riss sichtbar geworden; die ursprünglichen Fotos sind weiterhin beigefügt.» Damit bleibt die Akte verständlich, und die zuständige Stelle kann beurteilen, ob sich die Dringlichkeit oder die geplante Abklärung ändert.

Für eine spätere Veröffentlichung oder Weitergabe im Haus genügt eine anonymisierte Zusammenfassung. Der genaue Wohnungsinhalt, persönliche Kalenderdaten oder private Korrespondenz gehören nicht in die Schadenmeldung. Sachliche Bilder und ein klarer Bezug zum betroffenen Bauteil sind ausreichend. Die Qualität einer Meldung zeigt sich nicht an der Menge sensibler Daten, sondern an ihrer eindeutigen Einordnung.

Bei jedem weiteren Kontakt ist es sinnvoll, auf die ursprüngliche Referenz hinzuweisen. Dadurch müssen Sie die Fakten nicht neu erzählen und die Ansprechperson erkennt, welche Ergänzung zum bereits bekannten Fall gehört. Ein kurzer Betreff mit Gebäude, Raum und Datum erleichtert die Zuordnung, ohne unnötige Details über das Mietverhältnis zu veröffentlichen.

Eine Rückmeldung der Verwaltung richtig einordnen

Nach der Erstmeldung folgt häufig eine kurze Nachricht der Verwaltung: Sie bestätigt den Eingang, bittet um Geduld, nennt einen Betrieb oder fragt nach einem Zugangstermin. Diese Nachricht ist wichtig, aber sie beantwortet noch nicht automatisch alle offenen Fragen. Eine Eingangsbestätigung bedeutet nicht, dass die Kostenverteilung geklärt ist. Die Nennung einer Glaserei bedeutet nicht zwingend, dass ein bestimmtes Glas bereits bestellt wurde. Und eine Terminfrage ist zunächst eine organisatorische Abstimmung, keine technische Freigabe.

Es lohnt sich, die Rückmeldung in drei Teile zu lesen. Erstens: Was wurde tatsächlich bestätigt? Zweitens: Welche Information wird noch benötigt? Drittens: Was bleibt ausdrücklich offen? Wenn zum Beispiel ein Termin vorgeschlagen wird, antworten Sie mit dem möglichen Zeitfenster, der Kontaktperson und allfälligen Zugangshinweisen. Fragen zu Ursache, Haftung oder Versicherung können weiterhin bei den zuständigen Stellen bleiben. Diese Trennung hält den Austausch freundlich und verhindert, dass aus einer praktischen Antwort eine unbeabsichtigte Kostenanerkennung wird.

Auch eine Verzögerung lässt sich sachlich nachfassen. Bezugnehmend auf die ursprüngliche Meldung können Sie fragen, ob zusätzliche Angaben nötig sind oder ob ein nächster Schritt bereits vorgesehen ist. Wiederholen Sie nur neue Beobachtungen und vermeiden Sie es, den Schaden zwischenzeitlich selbst zu prüfen. So bleibt die Dokumentation über mehrere Kontakte hinweg konsistent und für alle Beteiligten verständlich.

Bewahren Sie zudem die verschiedenen Versionen einer Offerte oder Terminbestätigung zusammen auf. So lässt sich später erkennen, welche Information aktuell ist und welche Punkte ersetzt wurden. Diese Ordnung ist besonders dann hilfreich, wenn mehrere Personen mit der Verwaltung kommunizieren oder ein Urlaub, ein Wohnungswechsel oder ein Wechsel der Ansprechperson den Ablauf unterbricht.

Bleibt ein Punkt nach dem Termin offen, formulieren Sie ihn als konkrete Frage für die zuständige Stelle. «Wer bestätigt den nächsten Schritt?» oder «Wann wird die Rückmeldung erwartet?» ist hilfreicher als eine Vermutung über das Glas oder die Rechnung. Auf diese Weise endet jede Kontaktaufnahme mit einer klaren Zuständigkeit.

Eine neutrale Notizmappe neben einem Fenster im Mietobjekt; sie steht für eine geordnete Schadenmeldung ohne Eingriff in die Verglasung.

Checkliste für Ihre Meldung

CheckBereit für die Abklärung
Ich habe die Stelle nicht berührt, getestet oder geöffnet.
Ich kann den Raum und das betroffene Element klar benennen.
Ich habe Datum und sichtbare Beobachtungen notiert.
Ich habe nur sichere, datensparsame Fotos vorbereitet.
Verwaltung oder Vermieterschaft wurden informiert, soweit die Lage dies erlaubt.
Ich weiss, wer einen möglichen Termin organisiert und Zugang gibt.
Ich behandle Kosten und Versicherung als offene Abklärungsfragen.
Ich lasse Glasart, Ursache und Reparaturweg fachlich beurteilen.

Kurz gesagt

Ein Glasschaden in einer Mietwohnung braucht keine Ferndiagnose, sondern eine geordnete Meldung. Sichern Sie den Bereich, wenn nötig, dokumentieren Sie nur sichere Beobachtungen, informieren Sie die zuständigen Personen und lassen Sie Glasart, Ursache, Auftrag und Kostenweg prüfen. Damit schützen Sie sich, die anderen Hausbewohnenden und die Qualität der späteren Abklärung.

Quellen

Questions fréquentes

Muss ich den Schaden sofort der Verwaltung melden? Bei einem Mangel in einer Mietwohnung ist eine zeitnahe, nachvollziehbare Meldung sinnvoll. Besteht eine unmittelbare Gefahr, kommt der Schutz von Personen zuerst. Danach informieren Sie Verwaltung oder Vermieterschaft über die Situation und die bereits getroffenen, sicheren Schritte.

Darf ich eine Glaserei direkt anrufen? Sie können eine fachliche Auskunft einholen. Bevor Sie einen kostenpflichtigen Auftrag auslösen, sollten Sie jedoch bei nicht dringlicher Lage klären, wer zuständig ist und welche Vorgaben für Ihre Liegenschaft gelten. In einer akuten Gefahrensituation können andere Prioritäten gelten.

Was soll ich der Glaserei schicken? Eine kurze Beschreibung, Ort, Zugang, Sicherheitslage und sichere Übersichtsaufnahmen reichen für den ersten Kontakt häufig aus. Die Glaserei sagt Ihnen, welche ergänzenden Angaben sie für die Beurteilung benötigt.

Reicht ein Bild als Beweis für die Ursache? Nein. Ein Bild zeigt einen Zeitpunkt und einen Ausschnitt. Es kann helfen, eine Meldung zu verstehen, beweist aber nicht automatisch Ursache, Verantwortlichkeit oder die erforderliche technische Lösung.

Kann ich ein beschädigtes Fenster bis zum Termin abdichten? Setzen Sie keine eigene technische Massnahme um, ohne die Situation und den sicheren Weg mit der zuständigen Stelle geklärt zu haben. Bei Gefahr oder offenem Schaden ist professionelle oder behördliche Hilfe wichtiger als ein improvisierter Versuch.

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